Brauchtumssonntag
2021
Konfirmation
2021
Spende der
Kreisgruppe Setterich
2021
Nachruf auf
Josef Limberger
2021
Gruß zum Frühlings-
beginn mit einem
Märzchen 2021
Lager für
Siebenbürger
Trachten 2020
Was war los

Brauchtumssonntag am 4. Juli 2021

Endlich wieder gemütlich beisammensitzen!
Unser Brauchtumssonntag war nach der verordneten, langen Pause die erste Veranstaltung mit dem Flair „wie damals“.
Frühschoppenstimmung herrschte auf unserer Festwiese - der Musikverein Rosenau musizierte mit großer Besetzung;
die Kellnerinnen sausten zwischen den zahlreichen Gästen mit vollbeladenen Tabletts umher; herrlich gebräunte Bratwürstl und eine große,
hausgemachte Torten- und Kuchenauswahl ließen keine Wünsche übrig.

Wie immer hat uns eine Abordnung der Goldhauben- und Kopftuchgruppe Seewalchen am Attersee mit Obfrau Maria Bramerdorfer besucht.
Wir freuen uns sehr über das gute, freundschaftliche Verhältnis!
Wir durften einige Vertreter der politischen Parteien und der verschiedenen Vereine begrüßen.
Der Seewalchner Pfarrassistent Markus Himmelbauer mischte sich auch unter untere Gäste – wir wünschen ihm auf diesem Weg
alles Gute und Gottes Segen!
Auch unseren Bundes- und Landesobmann Manfred Schuller sowie Bundesobmann-Stellvertreter Ludwig Niestelberger
durften wir willkommen heißen.

Wir sagen Danke an alle Helfer und Helferinnen, die ihre Arbeitskraft und ihre Freizeit unserem Verein zur Verfügung stellen.
Allen Kuchenspenderinnen mit ihren liebevoll zubereiteten Torten und Kuchen ein herzliches „Vergelt’s Gott“!

Und ein großes Dankeschön geht an unseren „Wirt in der Rosenau“, Manfred Heistinger der uns mit seiner Zapf-Anlage im größten Trubel
ausgeholfen hat. Egal, was nachbesorgt werden muss – bei Manfred können wir alles problemlos bekommen!
Dem Musikverein Rosenau hat er sogar eine Kiste Bier gespendet! Danke vielmals!

Text Sonja Lehner, Foto: Franz Peter Seiler


Konfirmation in der Evang. Pfarrgemeinde A.B. Lenzing-Kammer (Rosenau) 9.05.2021

Text und Foto: Sonja Lehner

Die heurige Konfirmation wurde aufgrund der Corona-Bestimmungen mit geteilter
Konfirmandenanzahl im Mai und im Juni abgehalten.
Am 9. Mai 2021 war es unter anderen auch für Familie Köhl so weit:
die Töchter Anna, Pia und Emely erhielten die Segnung zum Übertritt ins
kirchliche Erwachsenenalter.

Die jungen Damen haben sich dafür entschieden, zur Konfirmation in
Siebenbürger Tracht zu erscheinen, was mich als Nachbarmutter äußerst stolz macht.
Anna und Emely stand die Damentracht sehr gut, während sich die burschikose Pia
in Männertracht wohl fühlte.

Unter den elegant gekleideten Konfirmanden waren die drei ein
herausragender Blickfang!

Vielen Dank an Andrea und Markus Köhl, die die Siebenbürgische Tradition schätzen
und an die nächste Generation weiter geben!


Spende der Kreisgruppe Setterich, Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. 04.2021

In Baesweiler-Setterich wurde die Heimatstube der Siebenbürger Sachsen aufgelöst und der Vorstand der
Kreisgruppe Setterich hat der Siebenbürger Nachbarschaft Rosenau das Inventar der Heimatstube gespendet.

Hans Graiger und Wolfgang Lehner machten sich mit einem Bus der Freiwilligen Feuerwehr Lenzing auf den Weg, um die wunderschönen
Unikate nach Österreich zu bringen. Die herzliche Gastfreundschaft der Settericher belohnte Hans und Wolfgang für die lange, mit Baustellen
gespickte Anreise. Tags darauf wurden bemalte Bauernmöbel, vielfältige Stickereien, Trachten und Trachtenpuppen, sowie Keramiken von
vielen helfenden Händen in das Feuerwehrauto geschlichtet. Die 1968 eingerichtete Heimatstube wurde über die Jahre liebevoll gepflegt und
ergänzt - ich kann mir vorstellen, dass sich die betreuenden Personen mit Wehmut von den Exponaten getrennt haben.
Wir sind uns des Wertes sowie der Verantwortung bewusst und werden die Ausstellungstücke mit Sorgfalt und gebührendem Respekt
behandeln, um die Siebenbürgische Tradition sichtbar und lebendig zu erhalten.

Es ist geplant, in unserer Nachbargemeinde Lenzing ein Siebenbürgisches Museum zu betreiben. Leider haben sich aufgrund der
herrschenden Covid-Situation die Baumaßnahmen zum Museumsumbau verschoben. Dafür freuen wir uns aber über einen bereits
ausgiebigen Fundus mit einzigartigen Objekten!
Hierfür möchten wir uns recht herzlich beim Vorstand der Kreisgruppe Setterich bedanken!

Wir danken Hans Graiger für die Kontaktnahme nach Setterich sowie für die Organisation des Feuerwehrautos.
Der Freiwilligen Feuerwehr Lenzing danken wir für die Benützung des Fahrzeuges.
Danke an die Gemeinde Lenzing für ihre Unterstützung - und ein großes Dankeschön an Wolfgang Lehner als kameradschaftlichen Begleiter.

Text: Sonja Lehner


Nachruf auf Josef Limberger, Altbürgermeister der Marktgemeinde Seewalchen am Attersee und
Träger des Silbernen Ehrenzeichens der Siebenbürger Sachsen in Oberösterreich 9.04.2021

Text: Waltraud Kindl, Foto: Johann Reiter

Josef Limberger wurde am Josefitag, dem 19. März, des Jahres 1933 in Viechtwang im
Almtal geboren. Nachdem er bei Landwirten und später als Chemiearbeiter in Lenzing
gearbeitet hatte, wurde er Mitte der fünfziger Jahre Bediensteter bei den
Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), wo er bis zu seiner Pensionierung als
Lokführer tätig war.
Durch seine Heirat kam er nach Seewalchen und baute im Ortsteil Steindorf für
seine Familie ein Haus.

Seine politische Karriere begann im Jahr 1967 mit der Wahl zum Vorsitzenden der
Sozialdemokratischen Partei Seewalchens. Als Mitglied des Gemeinderates wurde er
1969 in den Gemeindevorstand gewählt und war von 1973 bis 1984 als
1. Vizebürgermeister tätig. Vom 2. Oktober 1984 bis zum 5. Oktober 1997 lenkte er
als Bürgermeister die Geschicke der Marktgemeinde Seewalchen.
Sein soziales Engagement und seine Geselligkeit zeichneten ihn besonders aus.

Josef Limberger war nicht nur mehr als 60 Jahre zum Großteil aktives Mitglied
der Feuerwehr Steindorf, er war auch Mitglied in den verschiedensten Vereinen
Seewalchens, so auch in der Siebenbürger Nachbarschaft Rosenau.
Oft durften wir ihn bei unseren Vereinsfesten und Veranstaltungen begrüßen.

Am 6.1.1998 wurde ihm durch Hans Waretzi in Seewalchen/Rosenau
das Silberne Ehrenzeichen der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in
Oberösterreich verliehen.

Als Träger dieses Ehrenzeichens gebührt ihm ein besonderes Erinnern. Josef Limberger war ein allseits beliebter Kommunalpolitiker,
der immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Seewalchner Bürger hatte. Sein Motto war: „Kommunalpolitik geht vor Parteipolitik“,
was ihm Achtung und Anerkennung durch seine politischen Gegner einbrachte.

Schon 1993 wurde ihm anlässlich seines 60. Geburtstages der Ehrenring der Marktgemeinde Seewalchen verliehen.
Am 12. Dezember 2003 folgte die Verleihung der Ehrenbürgerschaft.
Mit Josef Limberger verliert die Marktgemeinde Seewalchen a.A. einen offenen, sozial engagierten und allseits beliebten Altbürgermeister.
Er verstarb am 9. April 2021.


Gruß zum Frühlingsbeginn mit einem Märzchen - mărțișor (sprich: märzischor) 03.2021

Text (Übersetzungen) und Fotos: Lieselotte und Andreas Pitter

Das Märzchen und die Karte auf dem Foto hat mir im Jahr 1987 mein damaliger Freund und heutiger Ehemann Andreas
in einem Brief vom Militärdienst geschickt.

In Rumänien ist es Brauch, am 1. März seinen Liebsten - besonders Frauen und Kindern - ein sogenanntes Märzchen zu schenken.
Es ist ein kleiner Anhänger mit einem Glückssymbol wie etwa Marienkäfer, Rauchfangkehrer, Kleeblatt, Hufeisen oder auch Herz, Anker,
Blumen, Schmetterling, Münze oder lächelnden Gesichtern,geschmückt mit einer rot-weiß gedrehten Kordel.
Diese symbolisiert den Kampf zwischen Winter (weiß) und Frühling (rot), zwischen Kälte und Wärme.

Das Märzchen wird etwa zwei Wochen im März als Schmuckstück auf Bluse oder Jacke getragen, oder auch am Handgelenk. Oft mit den ersten
Frühlingsboten, einem kleinen Strauß Schneeglöckchen, persönlich oder per Brief übergeben, neuerdings auch auf digitalen Wegen,
bringt das Märzchen zum Ausdruck: Ich denke an dich, ich mag dich, du bist mir wichtig!

Die Ursprünge dieses Brauchtums sind nicht genau bekannt, vermutlich stammt die Tradition sogar noch aus vorchristlicher Zeit,
als im Römischen Reich am 1. März das neue Jahr und der Frühlingsbeginn gefeiert wurde.


Zwei der vielen Legenden des Mărțișor (sprich: märzischor)

Die Legende der Baba Dochia (der Alten Dochia)

Quelle: https://dezvoltarespirituala.ro/legendele-babei-dochia/ (übersetzt von Andreas Pitter)

Die Legende sagt, dass die Alte Dochia die Personifikation des alten Jahres und Dragobetes Mutter war. Der Sohn Dragobete heiratete gegen
den Willen seiner Mutter. Um ihre Schwiegertochter an einem kalten Wintertag zu ärgern, gab Dochia ihr ein Bündel schwarzer Wolle und
schickte sie zum Waschen an den Fluss. Sie sagte ihr, sie solle nicht zurückkehren, bis die Wolle weiß geworden sei. Das Mädchen versuchte
die Wolle zu waschen, aber obwohl ihre Finger zu bluten begannen, blieb die Wolle schwarz. In ihrer Verzweiflung begann sie zu weinen,
weil sie nicht zu ihrem geliebten Ehemann zurückkehren konnte.

Beeindruckt von dem Schmerz des Mädchens erschien Jesus Christus auf ihrem Weg (dies ist nicht ungewöhnlich, denn in den Legenden des
rumänischen Volkes erscheint Jesus in Begleitung des heiligen Petrus oft im Leben der Menschen, um ihnen in der Not zu helfen),
gab ihr eine rote Blume und sagte ihr, sie solle die Wolle damit noch einmal waschen.

Das Mädchen dankte, legte die Blume ins Wasser, wusch die Wolle noch einmal und stellte mit Erstaunen fest, dass sie weiß geworden war.
Glücklich, dass sie diese schwierige Aufgabe erledigt hatte, ging sie frohen Schrittes nach Hause, wo sie von ihrer Schwiegermutter nicht
mit Freuden empfangen wurde, im Gegenteil: als die Alte die Geschichte hörte, beschuldigte sie das Mädchen, dass Mărţişor
(so nannte ihn das Mädchen, weil sie Jesus nicht erkannt hatte) ihr Liebhaber sei.

Nach diesem Vorfall machte sich die Alte Dochia mit ihrer Herde auf den Weg in die Berge, weil sie überzeugt war, dass der Frühling bereits
gekommen sei. Von wo sonst hätte Mărţişor die Blume haben können? Während ihrer Reise zog sie nacheinander die 12 Pelze aus,
die sie trug, bis sie keinen mehr hatte. Aber dann schlug das Wetter um. So schön es am Anfang des Tages gewesen war, so hässlich war es
jetzt geworden. Es schneite und alles fing an zu frieren. Die Alte Dochia hatte keine andere Kleidung mehr, mit der sie sich wärmen konnte,
und erstarrte der Legende nach mit ihren Schafen zu Steinen, aufgrund des starken Frostes, den der Monat März geschickt hatte,
der ihn von seinen jüngeren Bruder, dem Februar, ausgeliehen hatte.
Seitdem symbolisieren Rot und Weiß den Kampf zwischen Winter und Frühling, Gut und Böse.


Die Felsen sind noch heute im Ceahlău Gebirge
zu sehen und sind ein lebendiges Zeugnis dieses
rumänischen Mythos.


Der Kampf mit dem Drachen

Quelle:www.libertatea.ro/stiri/legenda-martisorului-tu-stii-care-este-povestea-snurului-alb-rosu-1301041 (übersetzt von Andreas Pitter)

Eine weitere Legende des Mărţisor besagt, dass die Sonne als Jüngling auf die Erde gekommen ist.
(Im Rumänischen ist das Wort Sonne männlich).

Es wird gesagt, dass „Sonne“ eines Tages in einer „Hora“ (rumänischer Tanz) tanzen wollte, also kam er auf die Erde und sah aus wie ein junger
Mann. Ein gefährlicher Drache erfuhr, dass Sonne nicht mehr am Himmel war, nutzte die Gelegenheit, entführte den Jüngling und sperrte ihn
in den Kerker seines Schlosses.

Weil es keine Wärme mehr von der Sonne gab und ihre Strahlen niemanden mehr streichelten, veränderte sich die Welt, nicht einmal
die Kinder lachten mehr. Aber ein junger Mann namens Mărţisor hatte den Mut, sich dem Drachen zu stellen, um Sonne zu befreien.
Nach einer langen Reise von drei Jahreszeiten (Sommer, Herbst und Winter) erreichte der tapfere junge Mann den Drachen und kämpfte tage-
und nächtelang, bis er den Drachen besiegte. Sonne wurde befreit und erweckte die Welt wieder zum Leben,
aber der junge Befreier konnte sie aufgrund der Wunden während des Kampfes nicht mehr genießen.
Sein ganzes Blut floss auf dem makellosen Schnee, und dies ist der Grund, warum die Schnur des Mărţişor rot und weiß ist.


Lager für Siebenbüger Trachten im Aichergut in Seewalchen am Attersee 08.2020

Im Hinblick auf das künftige Museum in Lenzing erhalten wir vermehrt Ausstellungsstücke - daher waren wir seit einiger Zeit auf der Suche
nach einem geeigneten Lagerraum.
Im Aichergut in Seewalchen am Attersee wurden wir fündig und haben seit 1. August 2020 eine ca. 60 m² große Fläche angemietet.
Der Raum musste erst mit einer Wand und einer eigenen Eingangstüre vom restlichen Erdgeschoss abgetrennt werden - Alfred Schuster,
Franz Peter Seiler und Wolfgang Lehner haben die Bauarbeiten vorgenommen und das neue Lager ausgemalt.

Familie Johne hat 2016 ein kleines Siebenbürger-Museum in Obernberg⁄Inn ausgeräumt und uns die Objekte zur Verfügung gestellt.
Wir bedanken uns bei Familie Johne für die wunderschönen Exponate!

Danke auch allen fleißigen Helfern und Helferinnen für das Aufstellen der Kästen⁄Regale, für die Pflege der Textilien sowie für das
Archivieren⁄Katalogisieren der vielen Objekte – das uns noch längere Zeit beschäftigen wird.

Text: Sonja Lehner, Fotos: Sonja Lehner, Alfred Schuster, Franz Peter Seiler